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Re: Immanuel Kant und was er um 1750 schon erkannt hat.

Ungelesener Beitrag#11von Registrierte Benutzer heureka47 » 12. Nov 2011, 20:30

free hat geschrieben:
Whow, ich bekomme große Lust nachzudenken wo der Ursprung dieser Pickelerzeugenden Krankheit zu finden sein mag - vielleicht liegt im Anfang ja auch die (Er-)lösung?




Aus Sicht des "Niederen Selbst", des "Ego", der "Ratio"; des "Kopfdenkens" und "Wissens" / der "Wissenschaft" ist das seeeehhhr kompliziert.
Aus Sicht des "Höheren / wahren Selbst", des Herzdenkens, der Weisheit ist das seeeehhhr einfach!

Wie die Bibel in der Adam-Eva-Apfel-Geschichte - aus symbolischer Sicht: sehr klar - vermittelt, entstand das Psycho-Pickel-Syndrom in der Hauptsache, weil es eine der Möglichkeiten war, die zum Menschsein gehören, und folglich irgendwann in seiner Entwicklung auch wirklich geschehen würde (siehe z.B. "Murphy's Gesetz").

Denn die Schlange, die Teufel, Satan, Antichrist, Lüge usw. symbolisiert, ist gleichzeitig auch Symbol für "Entwicklung".

Irgendwann in seiner Entwicklung würde der Mensch in eine Lebenslage geraten, die ihn dazu verführt, dem rationalen Denken so viel Bedeutung beizumessen, daß seine ganzheitliche geistig-seelische Entwicklung aus dem Gleichgewicht geraten würde.
Wer eine Erfahrung noch nie gemacht hat, kann sie auch nicht kommen sehen. Erst die - intensive, schmerzliche, einprägsame - praktische Erfahrung (wenn er bereit ist zu lernen - und nicht verdrängt!) "impft" sein Bewußtsein entsprechend und er kann Vorkehrungen treffen, daß ihm das gleiche nicht wieder passiert.

Die zivilisierte Gesellschaft steckt nun mittendrin in dieser - kollektiven - Erfahrung.

Und die einzelnen Individuen, die ganz differenzierte Erfahrungen damit machen, können versuchen, der Gesellschaft informierende, korrigierende, heilende, Impulse zu geben.

Wie es geschichtlich genau gelaufen ist, ist für die Erkenntnis des Phänomens selbst kaum wichtig, und auch nicht für die Heilung oder die zukünftige Prävention / Vermeidung.
Es ist klar, wie diese Störung bei jedem Individuum entsteht. Und das genügt - für die individuelle wie kollektive Überwindung.



free hat geschrieben:Was ist aus der Seelenlehre damals geworden?


Sie ist der "feindlichen Übernahme" durch die Ratio / Wissenschaft / Angst / Verdrängung / Neurose usw. zum Opfer gefallen.


free hat geschrieben:Wo ist also das Gegenstück von Angst geblieben, die Freude?


Für mich sind die rein energetischen Gegensätze Angst und Liebe. "Freude" ist ein Gefühl, welches beim Fluß der Liebe entsteht.
Angst ist ein Gefühl, welches durch Mangel an Liebe / Lebens-Energie entsteht.

Die Energie Liebe ist das, was ist. Angst ist nicht.
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Re: Immanuel Kant und was er um 1750 schon erkannt hat.

Ungelesener Beitrag#12von Registrierte Benutzer free » 13. Nov 2011, 22:47

Zuletzt geändert von Administratoren °HeroOfDivine° am 28. Dez 2011, 00:33, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Immanuel Kant und was er um 1750 schon erkannt hat.

Ungelesener Beitrag#13von Registrierte Benutzer Kiwani » 14. Nov 2011, 12:53

@Heureka

Liebe und Angst,- oooh jaaa...das kommt mir so bekannt vor!
Liebe IST ,- Angst ist nur ein Zustand der durch Kopfkinorei hervorgerufen wird,- wenn man sich nicht grade in Lebensgefahr befindet. Denn nur für die lebensgefährliche Situation ist die Angst eingerichtet, damit wir damals nicht in den Säbelzahntiger oder heute in den LKW laufen.
Der Ratio hat die Menschen leider oft dazu gebracht aus völlig absurden Ideen etwas zu basteln. So sehe ich das.
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Re: Immanuel Kant und was er um 1750 schon erkannt hat.

Ungelesener Beitrag#14von Registrierte Benutzer Lakota » 14. Nov 2011, 13:17

Kiwani hat geschrieben:@Heureka

Liebe und Angst,- oooh jaaa...das kommt mir so bekannt vor!
Liebe IST ,- Angst ist nur ein Zustand der durch Kopfkinorei hervorgerufen wird,- wenn man sich nicht grade in Lebensgefahr befindet. Denn nur für die lebensgefährliche Situation ist die Angst eingerichtet, damit wir damals nicht in den Säbelzahntiger oder heute in den LKW laufen.
Der Ratio hat die Menschen leider oft dazu gebracht aus völlig absurden Ideen etwas zu basteln. So sehe ich das.


><><><><><><><>< THATS IT :super2: :thanks-schilder: *hechel* *hüpf*


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Re: Immanuel Kant und was er um 1750 schon erkannt hat.

Ungelesener Beitrag#15von Registrierte Benutzer heureka47 » 14. Nov 2011, 20:57

free hat geschrieben:Please follow:


http://www.youtube.com/watch?v=Oa-ae6_okmg :boys_0336:

lg.

free



Danke, free!

Gehört hatte ich es schon mal, aber jetzt konnte ich den Text genauer verstehen durchs Mitlesen.


Zur "Belohnung" gibts hier mal wieder ein Gedicht von mir:


Neujahr 1996: Meine Antwort auf das Gedicht

"Dem Revolutionär Jesus zum Geburtstag" von E. Kästner


Dem Evolutionär Jesus zum Neujahr

"Dem Revolutionär" beginnt,
wie man bei Erich Kästner find't,
ein Jesus-Lebens-Gedicht
und "Jesus zum Geburtstag" schließt
der Titel - was mich dran verdrießt,
ist die Moral von der Geschicht'.

Gewesen wär er edel zwar
und seine Absicht wunderbar,
doch wirkungslos verpuffte
die Liebe und der große Mut.
Nicht alle Menschen waren gut.
Es gab auch ein paar Schufte.

Sein Beispiel, das war nicht verkehrt
und seine Weisheit unerhört,
die viele nicht verstanden.
Er kannte mehr als die Physik
und wußte von dem hohen Glück,
das wenige nur fanden.

Er hatte einen Zukunftstraum
und pflanzte einen Apfelbaum;
sah selbst nicht sein Erblühen;
doch mahnt uns heute noch sein Tun,
nicht zu rasten, nicht zu ruh'n;
uns ständig zu bemühen.

War er ein Revolutionär?
wohl eher: Evolutionär,
Freund der Chaos-Theorie,
die Hoffen macht, daß schon ein Mann
die ganze Welt verändern kann.
Nun, ich versuch's - und Sie?
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Re: Immanuel Kant und was er um 1750 schon erkannt hat.

Ungelesener Beitrag#16von Registrierte Benutzer free » 17. Nov 2011, 09:46

Hallo Heureka, hallo Alle
heureka47 hat geschrieben:Er hatte einen Zukunftstraum
und pflanzte einen Apfelbaum;
sah selbst nicht sein Erblühen;
doch mahnt uns heute noch sein Tun,
nicht zu rasten, nicht zu ruh'n;
uns ständig zu bemühen.

War er ein Revolutionär?
wohl eher: Evolutionär,
Freund der Chaos-Theorie,
die Hoffen macht, daß schon ein Mann
die ganze Welt verändern kann.
Nun, ich versuch's - und Sie?


Welch schönes, sinnhaftes Gedicht. Erinnert mich an Lehrer, die zeitbedingt das Erblühen (Weiterwachsen) der Apfelbäume (Kinder) auch nicht sehen.

Gerade eben bin ich auf einen Schluß gekommen - ich versuchte immer die Angst, Probleme und Wut zu verhindern. Doch wenn keine Lösungen sichtbar sind, was soll man dann schon großartig tun.... ha! und da war es plötzlich:

Seelenheilkunde:
Wenn keine Lösung gefunden wird, hat man eine Sorge, dauert die Sorge länger, hat man ein Problem, dauert das Problem länger hat man Wut, hat man keine Kraft mehr, hat man Furcht, später hat man Angst. Hat man Angst, dauert es schön viel Länger als am Anfang dieser Wurst wieder eine vernünftige Lösung zu finden weil man höchstwahrscheinlich unter diesem Einfluss nicht die richtige Entscheidung trifft.... und das alles mit dem eingenen Sinn und sinneseinflüssen der Umwelt/Umgebung...

Habe mal wieder in alten Schriften herumgekramt und diese Zeilen gefunden. Es geht um eine Abhandlung zur Seelenheilkunde über Langermann der zu dem Zeitpunkt sehr im Zwiespalt war... Zwar etwas aus dem Zusammenhang erissen, aber dennoch mit einigen "BURNERN" aus der Zeit der Aufklärung:

Aus der Zusammenstellung aller dieser Momente erklärt es sich, wie Langermann der Urheber der wissenschaftlichen Seelenheilkunde wurde. Denn diese konnte nur das Werk eines Arztes sein, der das Leben von dem höchsten sittlichen Prinzip aus zu betrachten, und diesem seinen Beruf unterzuordnen gewohnt, die zerstreuten medieinischen Erfahrungen, in sofern sie auf das sittliche Leben Bezug haben, aus jenem Prinzip zu deuten vermochte. Eben in dem Verfahren der materialistischen Aerzte, einzelne Thatsachen, aus denen die Abhängigkeit der Seele vom Körper erhellen soll, zu einem Kollektivbeweise zusammen zu stellen, liegt das Verfehlte und Einseitige ihrer ganzen Denkweise, weil sie dadurch die eben so grofse Summe der Erfahrungen vom Gegentheil, nämlich von der Herrschaft des freien Geistes über den Körper, welche jenen völlig das Gleichgewicht halten, aus den Augen rücken. Hunderte von Handbüchern der Anthropologie, der theoretischen und praktischen Heilkunde wollte ich namhaft machen, wo niemals von der Macht des Willens, krankhafter Gefühle Meister zu werden (worüber die Aerzte iich von Kant aus seiner trefflichen Schrift *) belehren lassen sollten), wohl aber von den pathologischen Einflüssen des kranken Körpers auf die Seele die Rede ist. Wer darf es leugnen, dafs an dieser verkehrten Ansicht grofsentheils die falsche ärztliche Politik Schuld ist, welche den
ч eigensinnigen Launen and unverständigen Forderungen der Kranken nachgiebt ihre Verweichlichung begünstigt sie nicht an Selbstbeherrschung Statthaftigkeit und Entbehrungen zu mahnen wagt um ihnen nicht lästig zu werden und nicht ihr Vertrauen zu verlieren Dafs eine solche Politik indem sie allen sittlichen Kräften im Kampfe mit körperlichen Gebrechen eine vollständige Niederlage bereitet nicht zur lebendigen Anschauung derselben gelangen läfst ja sie geradezu leugnet nm dadurch ihre eigene Rechtmäfsigkeit zu beweisen ergiebt sich von selbst So entspringt daher aus einem zweckwidrigen Handeln ein falsches Wissen welches gar nicht mehr zum Begriff des ursprünglichen Verhältnisses zwischen Geist und Körper kommen läfst der nur aus sittlichen Experimenten am Krankenbette gefolgert werden könnte Eben dadurch haben die Aerzte ihr Recht gegen die ethischen Philosophen aus dec Hand gegeben welche wenn sie auch in ihrer Aufforderung die Freiheit des Denkens und Handelns selbst in Krankheiten zu behaupten oft zu weit gingen dennoch auf unwiderlegliche Beispiele sich berufen konnten ...
*) I. Kant von der Macht des Gemüths durch den blofsen Torsatz seiner krankhaften Gefühle Meister zu sein


@ Heureka - und ich finde es und finde es noch, es ist doch patzenunglaublich wie wir verdummt worden sind - ich will wissen was in der Zwischenzeit passiert ist, denn schließlich sind viele Menschenrechte einfach ignoriert und vergessen worden in den letzten Jahrhunderten. Allen Voran das Recht der Selbstbestimmung. Unglaublich. Obwohl es uns niemals formell aberkannt wurde, so haben wir es dennoch verloren. Das halt ich ja nicht aus. Meine Güte, ich bin zornig. Das ist gut, denn erfahrungsgemäß bringt mich Zorn oft weiter. :sauerlilac:

Wer sich zum Wurm macht, soll nicht klagen, wenn er getreten wird. Zitat von Immanuel Kant


Meine Güte, ich hätte den Typen gern kennengelernt und mich sicher auch verliebt *boah*

Liebe Grüße,

free
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Re: Immanuel Kant und was er um 1750 schon erkannt hat.

Ungelesener Beitrag#17von Registrierte Benutzer free » 27. Dez 2011, 21:07

free hat geschrieben:Meine Güte, ich hätte den Typen gern kennengelernt und mich sicher auch verliebt *boah*


*Räusper*,
ist zwar nicht sonderlich chick seinen eigenen Beitrag selbst zu quoten ... ich finde das ist aber der beste Platz für mein neues Fundstück:

AUFKLÄRUNG ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines andern zu bedienen. Sapere aude! Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! ist also der Wahlspruch der Aufklärung.

Faulheit und Feigheit sind die Ursachen, warum ein so großer Teil der Menschen, nachdem sie die Natur längst von fremder Leitung freigesprochen, dennoch gerne zeitlebens unmündig bleiben; und warum es anderen so leicht wird, sich zu deren Vormündern aufzuwerfen. Es ist so bequem, unmündig zu sein. Habe ich ein Buch, das für mich Verstand hat, einen Seelsorger, der für mich Gewissen hat, einen Arzt, der für mich die Diät beurteilt usw., so brauche ich mich ja nicht selbst zu bemühen. Ich habe nicht nötig zu denken, wenn ich nur bezahlen kann; andere werden das verdrießliche Geschäft schon für mich übernehmen. Daß der bei weitem größte Teil der Menschen (darunter das ganze schöne Geschlecht) den Schritt zur Mündigkeit, außer dem daß er beschwerlich ist, auch für sehr gefährlich halte, dafür sorgen schon jene Vormünder, die die Oberaufsicht über sie gütigst auf sich genommen haben. Nachdem sie ihr Hausvieh zuerst dumm gemacht haben und sorgfältig verhüteten, daß diese ruhigen Geschöpfe ja keinen Schritt außer dem Gängelwagen, darin sie sie einsperreten, wagen durften, so zeigen sie ihnen nachher die Gefahr, die ihnen drohet, wenn sie es versuchen, allein zu gehen. Nun ist diese Gefahr zwar eben so groß nicht, denn sie würden durch einigemal Fallen wohl endlich gehen lernen; allein ein Beispiel von der Art macht doch schüchtern und schreckt gemeiniglich von allen ferneren Versuchen ab.

Es ist also für jeden einzelnen Menschen schwer, sich aus der ihm beinahe zur Natur gewordenen Unmündigkeit herauszuarbeiten. Er hat sie sogar liebgewonnen und ist vorderhand wirklich unfähig, sich seines eigenen Verstandes zu bedienen, weil man ihn niemals den Versuch davon machen ließ. Satzungen und Formeln, diese mechanischen Werkzeuge eines vernünftigen Gebrauchs oder vielmehr Mißbrauchs seiner Naturgaben, sind die Fußschellen einer immerwährenden Unmündigkeit. Wer sie auch abwürfe, würde dennoch auch über den schmalesten Graben einen nur unsicheren Sprung tun, weil er zu dergleichen freier Bewegung nicht gewöhnt ist. Daher gibt es nur wenige, denen es gelungen ist, durch eigene Bearbeitung ihres Geistes sich aus der Unmündigkeit herauszuwickeln und dennoch einen sicheren Gang zu tun.

I. Kant 1784.
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Re: Immanuel Kant und was er um 1750 schon erkannt hat.

Ungelesener Beitrag#18von Registrierte Benutzer heureka47 » 28. Dez 2011, 09:11

free hat geschrieben:
Welch schönes, sinnhaftes Gedicht. Erinnert mich an Lehrer, die zeitbedingt das Erblühen (Weiterwachsen) der Apfelbäume (Kinder) auch nicht sehen.


Danke, liebe free!

In der Tat: Vieles von dem, was wir in Wahrheit bewirken, bemerken wir nicht - weil es auf der ENERGETISCHEN Ebene passiert, auf der Bewußtseins-Ebene.

Das erinnert mich nun daran, daß es wichtig ist, aus welcher Motivation wir leben und Dinge tun:
Aus dem Ego / Niederen Selbst
oder
aus dem "Höheren / wahren Selbst".

Wenn / wo wir aus dem Ego leben / handeln, möchten wir Ergebnisse sehen, wir möchten Bestätigung, Anerkennung, Rückmeldung, "Erfolg", usw.

Wenn / wo wir aber aus dem Höheren Selbst, aus der bedingungslosen Liebe, leben / handeln, brauchen wir NICHTS von dem; denn die Liebe gibt / handelt um ihrer selbst willen; nur um der "guten Sache" willen. Die Liebe handelt auch ohne jede Aussicht auf - meßbaren, erkennbaren - Erfolg.
Die Liebe IST sie selbst und KANN nicht anders.


free hat geschrieben:Gerade eben bin ich auf einen Schluß gekommen - ich versuchte immer die Angst, Probleme und Wut zu verhindern. Doch wenn keine Lösungen sichtbar sind, was soll man dann schon großartig tun.... ha! und da war es plötzlich:

Seelenheilkunde:
Wenn keine Lösung gefunden wird, hat man eine Sorge, dauert die Sorge länger, hat man ein Problem, dauert das Problem länger hat man Wut, hat man keine Kraft mehr, hat man Furcht, später hat man Angst. Hat man Angst, dauert es schön viel Länger als am Anfang dieser Wurst wieder eine vernünftige Lösung zu finden weil man höchstwahrscheinlich unter diesem Einfluss nicht die richtige Entscheidung trifft.... und das alles mit dem eingenen Sinn und sinneseinflüssen der Umwelt/Umgebung...

Habe mal wieder in alten Schriften herumgekramt und diese Zeilen gefunden. Es geht um eine Abhandlung zur Seelenheilkunde über Langermann der zu dem Zeitpunkt sehr im Zwiespalt war... Zwar etwas aus dem Zusammenhang erissen, aber dennoch mit einigen "BURNERN" aus der Zeit der Aufklärung:

Aus der Zusammenstellung aller dieser Momente erklärt es sich, wie Langermann der Urheber der wissenschaftlichen Seelenheilkunde wurde. Denn diese konnte nur das Werk eines Arztes sein, der das Leben von dem höchsten sittlichen Prinzip aus zu betrachten, und diesem seinen Beruf unterzuordnen gewohnt, die zerstreuten medieinischen Erfahrungen, in sofern sie auf das sittliche Leben Bezug haben, aus jenem Prinzip zu deuten vermochte. Eben in dem Verfahren der materialistischen Aerzte, einzelne Thatsachen, aus denen die Abhängigkeit der Seele vom Körper erhellen soll, zu einem Kollektivbeweise zusammen zu stellen, liegt das Verfehlte und Einseitige ihrer ganzen Denkweise, weil sie dadurch die eben so grofse Summe der Erfahrungen vom Gegentheil, nämlich von der Herrschaft des freien Geistes über den Körper, welche jenen völlig das Gleichgewicht halten, aus den Augen rücken. Hunderte von Handbüchern der Anthropologie, der theoretischen und praktischen Heilkunde wollte ich namhaft machen, wo niemals von der Macht des Willens, krankhafter Gefühle Meister zu werden (worüber die Aerzte iich von Kant aus seiner trefflichen Schrift *) belehren lassen sollten), wohl aber von den pathologischen Einflüssen des kranken Körpers auf die Seele die Rede ist. Wer darf es leugnen, dafs an dieser verkehrten Ansicht grofsentheils die falsche ärztliche Politik Schuld ist, welche den
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@ Heureka - und ich finde es und finde es noch, es ist doch patzenunglaublich wie wir verdummt worden sind - ich will wissen was in der Zwischenzeit passiert ist, denn schließlich sind viele Menschenrechte einfach ignoriert und vergessen worden in den letzten Jahrhunderten. Allen Voran das Recht der Selbstbestimmung. Unglaublich. Obwohl es uns niemals formell aberkannt wurde, so haben wir es dennoch verloren. Das halt ich ja nicht aus. Meine Güte, ich bin zornig. Das ist gut, denn erfahrungsgemäß bringt mich Zorn oft weiter. :sauerlilac:

Wer sich zum Wurm macht, soll nicht klagen, wenn er getreten wird. Zitat von Immanuel Kant


Meine Güte, ich hätte den Typen gern kennengelernt und mich sicher auch verliebt *boah*

Liebe Grüße,



Riesen-Dank!

Das ist eine der besten, wertvollsten, Informationen der letzten Jahre!
Ich habe den Auszug gleich an den LPE, meinen Verein, weitergegeben.

Du hast Recht:
Wir - und schon zig Generationen vor uns - sind "verdummt" worden. Durch die "Kollektive Zivilisations-Neurose", die sich seit 10.000 Jahren etwa durch diverse Kulturen gefressen hat und die Menschen zwar nicht direkt getötet, aber "seelendumm" gemacht hat. "Dysgnosie" nennt das Heinz von Foerster. Völlig zutreffend.

Und diese seelische Dummheit hat die Menschen der zivilisierten Gesellschaft immer wieder dahin geführt, Kriege sich ereignen zu lassen und andere Katastrophen.

Mein bester spiritueller Freund, ein Franzose, mit dem ich mehrmals die Woche zusammenkomme und philosophiere, erzählte mir neulich, was der Franzose Rabelais schon vor ca. 400 Jahren geschrieben habe:

"Wissen(schaft) ohne Bewußtsein ist Ruin der Seele".

Man könnte das auch nennen "Wissen ohne Gewissen ist ..." - und das Buch von Heinz von Foerster, auf das ich mich in Sachen "Dysgnosie" beziehe, heißt spannenderweise: "Wissen und Gewissen".

Früher nannte man das - höhere - Bewußtsein offenbar "Gewissen".

Diesen Mangel zu beheben ist die Aufgabe / Herausforderung, die sich der Menschheit gegenwärtig stellt.
Es geht um das Überleben der Menschheit - evtl. sogar allen Lebens auf diesem Planeten - oder Untergang, Aussterben...

Die Liebe im höheren Bewußtsein ist das symbolische "Schwert der Macht", welches uns dabei zur Verfügung steht. Immer.

Schon 2012 könnte die "Welt untergehen".
Die Frage ist, auf welche Weise.
Geht das von der "Kollektiven Zivilisations-Neurose" geprägte FALSCHE Weltbild unter - und das echte, wahre, geht auf?
Oder gehen wir mit dieser Krankheit ALLE unter...?

Peter Wenzel sagt - lt. Bibel: "Leben und Tod stehen in der Zunge Gewalt".

Und das heißt für mein Verständnis:
Leben: Wenn wir der Wahrheit die Ehre geben und ihr zum Siege verhelfen.
Tod: Wenn wir schweigen und nichts dazu tun.
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Re: Immanuel Kant und was er um 1750 schon erkannt hat.

Ungelesener Beitrag#19von Registrierte Benutzer free » 29. Dez 2011, 17:42

Hallo Alle, hallo Heureka,

danke @Heureka für dein Verständnis meiner Kramereien in alten Schriften - bist so ziemlich der einzige der mein Gesuche lobt.

heureka47 hat geschrieben:
Und das heißt für mein Verständnis:
Leben: Wenn wir der Wahrheit die Ehre geben und ihr zum Siege verhelfen.
Tod: Wenn wir schweigen und nichts dazu tun.


Ja, so sei es. Das sollte ich mal auf 100.000.000 T-Shirts drucken und die verteilen!!!

Bussi,

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heureka47 hat geschrieben:
The host hat geschrieben:
Es ist doch wohl eine große Nicht-Tat, vertrauensvoll und bereit zusein, den Vater durch sich seine Werrke tun zu lassen.
Das ist so viel schwerer als sich selbst zu bemühen!


Ein wahres Wort!
Das erinnert mich an das Prinzip des Wu-Wei, wo es heißt: "Im Nichts-Tun bleibt nicht ungetan".

Das ist die Fähigkeit des "Höheren / wahren Selbst".
Das "Niedere Selbst" / "Ego" aber ist wie ein ungestümes Kind...

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„Belasse alle Dinge die Dir begegnen in ihrem eigenen Wesen, dann werden sie, durch Dich aus sich selbst heraus befreit“! (Buddhistische Weisheit)

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